Postbank-Studie: Jeder Dritte kann ein Haus finanzieren

Kann ich mir ein Einfamilienhaus leisten?

Möchten Sie lieber eine Wohnung oder ein Haus finanzieren? Zumindest bei Ersterem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie eine Eigenheimfinanzierung stemmen können. Die aktuelle Postbank Studie „Wohneigentum 2014 – wo Immobilien (noch) bezahlbar sind“ postuliert, dass für 37 Prozent aller Mieter der Erwerb einer Wohnung wirtschaftlicher wäre, als weiterhin zur Miete zu leben.

Niedrige Bauzinsen machen Immobilienfinanzierungen für mehr Menschen möglich

Das niedrige Niveau bei den Bauzinsen versetzt immer mehr Menschen in die Lage, eine Wohnung oder ein Haus zu finanzieren. Empirisch untersucht hat dies die Postbank in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos.

Für die Studie wurde die Wohnkaufkraft in 402 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten analysiert. Diese wurden zu verschiedenen Einkommensgruppen und Haus-/Wohnungsgrößen gruppiert, um dann für diese Fraktionen festzustellen, wo in Deutschland Wohnraum bezahlbar ist. Bezahlbar bedeutet dabei, dass die Kaltmiete nicht mehr als 30 Prozent des Haushaltnettoeinkommens ausmacht und bei einem Wohnungs- oder Hauskauf die Finanzierungslast höchstens 40 Prozent der Nettoeinkünfte beträgt.

85 Prozent der Immobilien sind für ein Drittel der Bevölkerung bezahlbar

Nach diesem Schlüssel sind der Studie zufolge 37 Prozent, also mehr als ein Drittel, der deutschen Haushalte in der Lage, sich Wohneigentum zu leisten. Insbesondere bei Eigentumswohnungen steht eine Immobilienfinanzierung unter günstigen Sternen: In 85 Prozent der kreisfreien Städte und Kreise ist sie bis zu einer Größe von 70 Quadratmetern erschwinglich.

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Aber auch wer ein Haus finanzieren möchte und über ein Haushaltsnettoeinkommen von über 1200 Euro verfügen kann, findet in 50 Prozent der Städte und Landkreise ein bezahlbares Einfamilienhaus mit Garten. Selbst mit einem Durchschnittseinkommen lässt sich ein Haus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche finanzieren. In Sankt Wedel, im Vogtland oder Wesermarsch sind sogar noch größere Häuser mit einem Durchschnittseinkommen möglich.

Laut der Untersuchung ist nur in wenigen Gebieten der Mietvertrag günstiger als eine Immobilienfinanzierung. Darunter fallen die derzeitigen Boomregionen der deutschen Großstädte, die Küsten und die Metropolregionen wie z.B. Freiburg.

Klammert man diese Problemzonen aus, bleibt am Ende immer noch die stolze Zahl von sechs Millionen Mietern, die mit einer Eigenheimfinanzierung eine geringere Belastung als mit der Miete hätten.

Eine weitere erfreuliche Erkenntnis der Studie ist die Prognose zur Wertsteigerung von Immobilien. Bis zum Jahr 2025 sollen die Immobilienpreise in 75 Prozent der deutschen Kreise und Städte steigen oder gleich bleiben. Somit kann man die eigenen vier Wände auch als Wertanlage verstehen.

Doch Vorsicht: Dies ist nur eine allgemeine Tendenz, die hier angegeben wird. Im Detail entscheidet nämlich immer noch „Lage, Lage, Lage“ über den Wert einer Immobilie. Des Weiteren sind geringe Wohnungsleerstände, Bevölkerungswachstum und eine niedrige Arbeitslosigkeit gute Indikatoren für die zukünftige Wertentwicklung einer Region.

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