Stiftung Warentest untersucht Riester-Bausparverträge

„Nie war Bausparen so attraktiv wie heute.“ Dies ist wohl die Quintessenz des neuen Tests zu Bausparverträgen der Stiftung Warentest. 21 Bauspartarife wurden für die Untersuchung unter die Lupe genommen. Wir verraten Ihnen hier, welche die Testsieger sind und warum sich Bausparen trotz niedriger Guthabenverzinsung lohnt.

Bausparen oder sofort finanzieren?

Angesichts der niedrigen Bauzinsen wollen viele Verbraucher so schnell wie möglich eine Hausfinanzierung abschließen. Doch übertriebene Eile ist nicht nötig, wenn man sich ein wenig über die Alternativen informiert. Bevor man beispielsweise einen Hauskauf ohne Eigenkapital wagt, könnte man mithilfe eines Riester-Bausparvertrags das Fundament für eine solide Finanzierung schaffen und dabei trotzdem vom aktuellen Zinsniveau in zehn oder fünfzehn Jahre profitieren. Bausparverträge können nämlich mit einem Riesen-Vorteil aufwarten: Der Sparer weiß schon heute, zu welchem Zinssatz er das Darlehen in Zukunft erhalten wird.

Staatliche Förderung mit Riester

Zusätzlich haben die Riester-Sparer Anspruch auf staatliche Förderung: bis zu 154 Euro Grundzulage und bis zu 185 Euro für jedes vor 2008 geborene Kind sowie 300 Euro für jedes danach geborene Kind. Um die volle Zulage zu erhalten, müssen Sparer in der Lage sein, vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens einzuzahlen. Mehr als 2100 Euro im Jahr sind jedoch nicht nötig.

Spar- und Darlehensphase

Grundsätzlich teilt sich Bausparen in zwei Phasen auf: In der Sparphase wird das Eigenkapital angespart, das durch die Guthabenverzinsung und die Riester-Zulagen zusätzlich anwächst. Ist die Zielbewertungszahl erreicht, also genügend Geld angespart, kommt es zur Auszahlung der vorab vereinbarten Bausparsumme. Darauf folgt die Darlehensphase, in der der Rest der noch offenen Bausparsumme in konstanten Raten getilgt wird. Zusätzlich kann mit Sondertilgungen die Kreditlaufzeit verkürzt werden, um so noch mehr Geld zu sparen.

Sieben Schritte zum richtigen Bausparplan

Grundsätzlich läuft Riester-Bausparen in sieben Schritten ab. (1) Im ersten Schritt sollten Sparer ihre Fördervoraussetzungen prüfen, denn die Riester-Förderung gibt es nur für eigengenutzte Immobilien, einen altersgerechten Umbau oder für die Um- oder Entschuldung des Eigenheims. (2) Danach sollte der Bausparer sich festlegen, wann er die Bausparsumme zugeteilt bekommen möchte, denn davon hängt im Wesentlichen die monatliche Sparrate ab. (3) Erst jetzt sollten Angebote verschiedener Bausparkassen eingeholt werden. Stiftung Warentest empfiehlt, mindestens drei Angebote einzuholen. (4) Diese müssen selbstverständlich noch verglichen werden, um die günstigste Offerte zu ermitteln. Leider ist dieser Vergleich von Bausparverträgen nicht ganz einfach, da Höhe und Zeitpunkt aller Zahlungen in die Bewertung mit einfließen müssen und dies nur mithilfe von Computerprogrammen gelingt. Wer sich mit Bausparen ein wenig auskennt, kann den Bausparrechner von Finanztest verwenden. (5) Ist ein günstiges Angebot gefunden, kann der Vertrag abgeschlossen werden. (6) Der Bausparvertrag muss nun regelmäßig überprüft und an sich eventuell ändernde Zielvorstellungen angepasst werden. (7) Sollten sich die Eigenheimpläne zerschlagen, muss der Ausstieg aus dem Bausparvertrag geprüft werden, denn für ein einfaches Fortführen ist die Guthabenverzinsung im Vergleich zu anderen Kapitalanlagen zu gering.

Die Testsieger

Finanztest hat 20 Bausparkassen aufgefordert, Angebote für 4 Modellkunden abzugeben. Von 14 Anbietern erhielten sie eins. Die Modellfälle unterschieden sich dahin gehend, dass die Sparphase sieben, zehn oder fünfzehn Jahre dauern sollte.

Mehrfache Spitzenpositionen in den unterschiedlichen Kategorien konnten folgende Tarife für sich verbuchen:

  • Wüstenrot RC/FX 2,45
  • Alte Leipziger Easy Finanz Riester
  • Deutsche Bausparkasse Badenia Via Badenia 500 R ClassicFinanz
  • Bausparkasse Mainz W WohnriesterPlus

Wer sich noch für einen gewissen Zeitraum mit der Verwirklichung des Eigenheimtraums gedulden kann, ist mit einem Bausparvertrag, auch bei niedriger Guthabenverzinsung, gut beraten. Allerdings muss auch die Entwicklung der Immobilienpreise berücksichtigt werden: Sollten diese weiter steigen, könnte der Vorteil des Sparens dahin sein. Wer sich also entschließt, jetzt schon zu bauen, kann einen Finanzierungsvergleich unserer Spezialisten anfordern - natürlich kostenfrei und unverbindlich.

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