Bausparvertrag: Schutz vor steigenden Zinsen

Die Darlehenszinsen sind niedrig wie nie zuvor und viele Verbraucher möchten die Gelegenheit nutzen, um sich ihren Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Fehlendes Eigenkapital macht die Finanzierung jedoch teuer und riskant. Die Lösung: Ein Bausparvertrag mit dem sich das heutige Zinsniveau für die Zukunft festschreiben lässt. Erfahren Sie bei uns, wie Sie am besten vorgehen.

Bausparvertrag: Darum lohnt er sich!

Ein Bausparvertrag bietet Schutz vor steigenden Zinsen und stellt Ihre Baufinanzierung auf ein sicheres Fundament. Wir zeigen, worauf Sie beim Bausparen achten müssen, wie Sie Ihren Vertrag staatlich fördern können und welche Bausparkasse die besten Angebote am Markt hat.

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Was ist ein Bausparvertrag?

Die Baufinanzierung mit einem Bausparvertrag ist eine der gängigsten Formen der Geldanlage, um Anlegern eine günstige und sichere Finanzierung für Umbauten, Modernisierungen, Renovierungen oder den Erwerb von Wohneigentum zu ermöglichen.

Bausparverträge werden von sogenannten Bausparkassen angeboten. Über einen im Bausparvertrag festgelegten Zeitraum wird vom Bausparer eine monatliche Rate gezahlt. Je nach Form oder Art des Bausparvertrages erhält der Bausparer einen garantierten Ansparzins von der Bank. Dadurch werden Sie als Anleger vor Schwankungen auf dem Kapitalmarkt geschützt. Die über die Jahre angesparte Summe dient als Eigenkapital für einen späteren Immobilienkauf beziehungsweise eine Baufinanzierung. Die meisten Bausparkassen bieten Ihnen nach Ausschüttung oder einem Bausparvertrag mit Sofortauszahlung zusätzlich sehr attraktive Bauspardarlehen an.

Auch die Inanspruchnahme von zusätzlichen staatlichen Förderungen oder steuerlichen Begünstigungen – wie zum Beispiel Wohn-Riester – sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Von den Bausparkassen werden unterschiedliche Tarife angeboten. Welche Bausparvertrag Formen es gibt und welche Ziele damit verbunden sind, haben wir Ihnen hier in einer kurzen Übersicht aufgelistet:

Bausparvertrag FormBausparvertrag Ziel
BaufinanzierungKonkrete Finanzierungsabsichten für den späteren Bau oder Kauf einer Wohnimmobilie
Modernisierungs-/RenovierungsmaßnahmenKurzfristige Finanzierungsabsicht für Modernisierungen oder Renovierungen
Rendite-SparerLangfristige Anlage (z.B. für die Kinder), Geschenkbausparen (Wohn-Riester, Vermögenswirksame Leistungen, Wohnungsbauprämie)
Flexibler BausparvertragVorsorge-Sparer ohne konkretes Ziel, Sicherung des Darlehensanspruches
Schnell-SparerZahlungskräftige Finanzierer, die möglichst schnell die Voraussetzungen für ein günstiges Bauspardarlehen erreichen möchten.

Wie funktioniert ein Bausparvertrag?

Ein Bausparvertrag besteht grundsätzlich aus zwei elementaren Teilen: Dem Guthaben und dem Darlehen. Um Guthaben aufbauen zu können, durchläuft Ihr Bausparvertrag vier Phasen:

  1. Abschluss
  2. Ansparphase
  3. Zuteilung
  4. Darlehensphase

Sobald Sie einen Bausparvertrag abgeschlossen haben, beginnt die Ansparphase. In dieser Zeit sparen Sie in Form von monatlichen Raten ein Guthaben an. Die Höhe der Sparrate sowie eventuelle Sonderzahlungen werden beim Vertragsabschluss festgelegt. Die Ansparphase ist nicht mit einer festgesetzten Laufzeit, sondern lediglich mit einer Mindestlaufzeit gekoppelt. Das verschafft Ihnen als Bausparer ein hohes Maß an Flexibilität und Sie können selbst entscheiden, wie schnell Sie welches Guthaben aufbauen. Allerdings sollte der Regelsparbeitrag für das Bausparen gut kalkuliert sein, um die Zuteilung und das anschließende Darlehen nach der festgesetzten Spardauer auch wirklich erreichen zu können.

In Phase 3 – also der „Bausparvertrag Zuteilung“ – geht es um die Zuteilung eines Darlehens von Seiten Ihrer Bausparkasse. Voraussetzung für die Zuteilung ist eine von der Bank vorgeschriebene Bewertungszahl, die erreicht werden muss. Haben Sie etwa 40 Prozent der Bausparsumme erreicht, ist Ihr Vertrag zuteilungsreif. Sobald Ihnen die Bank ein Darlehen anbietet, spricht man von der sogenannten Darlehensphase. Die klassische Laufzeit eines Bausparvertrages (Standardtarif) liegt bei sieben Jahren.

Ab wann ist ein Bausparvertrag zuteilungsreif?

Die Zuteilungsphase ist für Bausparer besonders spannend, denn sie stellt die letzte Etappe vor der Auszahlung des angesparten Guthabens dar. Hierfür müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Ist ein Bausparvertrag zuteilungsreif, bedeutet das jedoch noch lange nicht, dass Sie auch eine Zuteilung erhalten.

Zeit und Guthaben

Die Mindestsparzeit und auch das Mindestguthaben muss erreicht sein. Zeit und Guthaben wurden bereits im Vorfeld vertraglich festgelegt. Als zuteilungsreif gilt ein Bausparvertrag frühestens dann, wenn 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme erreicht wurden.

Augen auf bei der Tarifwahl

Je nach gewähltem Tarif kann die Zuteilungsreife für Ihren Bausparvertrag auch schon mal gut und gerne acht bis neun Jahre dauern. Bei Standardtarifen mit monatlichen Regelsparbeiträgen ist genau das zum Beispiel nicht selten der Fall.

Zielbewertungszahl

Die Zielbewertungszahl errechnet sich aus dem von Ihnen angesparten Guthaben sowie der Dauer, im Verhältnis zu der vereinbarten Bausparsumme. Anschließend wird diese Bewertungskennzahl mit der Ansparleistung anderer Bausparer verglichen. Je höher also Ihre Bewertungszahl ist, umso früher haben Sie die Chance auf eine Berücksichtigung Ihres Vertrages während der Zuteilungsperiode.

Die exakte Rechenformel für die Zielbewertungszahl finden Sie in den Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge Ihrer Bank.

Zuteilungsperiode

Der Zeitpunkt der Zuteilung ist immer abhängig davon, ob der Bausparer zum Bewertungsstichtag einer Zuteilungsperiode die Zielbewertungszahl erreicht hat oder nicht. Wurde die Zielbewertungszahl nicht erreicht, müssen Sie bis zur nächsten Zuteilung warten. Wie lange es bis zur nächsten Zuteilung dauert, ist unterschiedlich. Nicht selten, dauert eine Zuteilungsperiode jedoch zwischen drei und sechs Monaten.

Wurden alle Kriterien durch den Bausparer erfüllt, kann die Auszahlung erfolgen. Sie müssen jedoch auf das Zuteilungsschreiben Ihrer Bank warten und darauf antworten, ob Sie die Zuteilung annehmen oder nicht.

Lohnt sich ein Bausparvertrag?

In Zeiten, in denen Finanzmärkte häufig mit Schwankungen zu tun haben, taucht immer wieder die Frage auf, ob sich verschiedene Anlageprodukte überhaupt noch lohnen. Dazu gehört auch, ob ein Bausparvertrag noch sinnvoll ist. Um diese Frage zu beantworten, sollten Sie sich zunächst die Frage stellen, was Sie wann mit dem angesparten Guthaben vorhaben und ob Sie Ihren Bausparvertrag mit einem Darlehen kombinieren oder nicht.

Wer bereits Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung ist und zukünftig Geld für Modernisierungen benötigt, für den ergeben sich einige Vorteile:

  • Zinsversicherung
  • Keine Zinsaufschläge
  • Nachrangdarlehen
  • Blankodarlehen
  • Staatliche Förderung

Wer in naher Zukunft plant ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen beziehungsweise zu bauen, für den ergeben sich folgende Vorteile:

  • Mit niedrigen Zinsen auf lange Sicht planen
  • Gesammeltes Guthaben als Eigenkapital für die Baufinanzierung einsetzen
  • Sofortiger Immobilienkauf dank Kombikredit möglich
  • Staatliche Förderung

Eine Finanzierung mit einem Bausparvertrag kann also durchaus sinnvoll sein, ist aber eben immer von der geplanten Verwendung des Bausparvertrags abhängig. Wichtig ist im Übrigen auch zu wissen, wofür Sie einen Bausparvertrag beziehungsweise das Darlehen verwenden können. Die Sparsumme steht zum Beispiel zur freien Verwendung, wohingegen das Bauspardarlehen an sogenannte wohnwirtschaftliche Zwecke gebunden ist. Diese Zwecke reichen von A wie Alarmanlage bis Z wie Zweitgarage – zusammengefasst also alles, was mit dem Bauen, dem Kaufen, der Renovierung oder der Modernisierung einer Wohnimmobilie zu tun hat.

Wie eben schon erwähnt, kann die Bausparsumme auch für Dinge verwendet werden, die nichts mit einem Bau, Kauf oder sonstigen baulichen Maßnahmen zu tun haben. Sie könnten einen Bausparvertrag also auch nutzen, um ein Auto zu kaufen. Wenn Sie allerdings auf das spätere Darlehen verzichten, entfällt auch der Anspruch auf die staatliche Wohnungsbauförderung.

Förderung und Testsieger

► Bausparvertrag Förderung: Wohnungsbauprämie, Riester, VL - ein Bausparvertrag lässt sich auf vielfältige Weise fördern.

► Bausparvertrag Vergleich: Wie findet man einen guten Bausparvertrag? Wir vergleichen die Angebote und stellen die Testsieger 2017 vor!

Bausparvertrag 50.000 Euro

Bausparer haben ganz unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten und Ansprüche an das zukünftige Eigenheim, die Modernisierungen oder anstehende beziehungsweise geplante Renovierungsarbeiten. Der eine hat bereits 30.000 Euro Eigenkapital angespart und möchte diese nun zumindest zu Teilen einsetzen, weil es noch nicht für den Erwerb der gewünschten Wohnimmobilie reicht. Der andere baut mit 0 Euro Eigenkapital sein Sparguthaben auf. Wir möchten Ihnen eine kurze Beispielrechnung an die Hand geben:

Im Rahmen des Bausparvertrags wird mit 0 Euro Eigenkapital begonnen und es soll ein Guthaben von insgesamt 50.000 Euro angespart werden.

  • Jeden Monat können 600 Euro in den Bausparvertrag investiert werden.
  • 20 Prozent des angesparten Bausparguthabens sollen als Eigenkapital für die spätere Immobilie dienen.
  • Geplant ist eine Zuteilungsreife in sieben Jahren.
  • Der gewählte Basistarif gewährt einen Guthabenzins von 0,5 % p.a.
  • Es wird festgelegt, dass der Vertrag zuteilungsreif ist, sobald 40 Prozent der Bausparsumme angespart wurden.

Nach sieben Jahren beträgt das Bausparguthaben 51.279,58 Euro. Der mögliche Kaufpreis für eine Immobilie läge dann bei 256.397,90 Euro - sofern anschließend ein Bauspardarlehen abgeschlossen wird.

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