Energiegewinnung durch Eigenstrom: Wann lohnt sich eine Solaranlage?

Photovoltaikanlage Einfamilienhaus

Energiegewinnung wird immer nachhaltiger: In den vergangenen fünf Jahren ist der Ökostromanteil am Stromverbrauch um nahezu 13 Prozent gestiegen. Die Erneuerbaren Energien haben 2017 somit gut 36 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland gedeckt. Der größte Anteil wird durch Windenergie sowie die Erzeugung aus Biomasse und Photovoltaikanlagen abgedeckt. Auch in Privathaushalten steigt das Interesse, am Stromverbrauch durch Eigenstrom an.

Die Investition in erneuerbare Energie, zum Beispiel durch eine Photovoltaikanlage, kann sich lohnen. Das meint Falko Weidelt, Fachgebietsleiter für dezentrale Energiesysteme und Smart Home bei der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung (HEA). Er spezialisiert sich auf Elektroinstallationen in Wohngebäuden. Im Interview erklärt er, worauf es bei der Anschaffung einer Photovoltaikanlage ankommt und was Eigenstrom so attraktiv macht.

Falko Weidelt Photovoltaik Interview

Falko Weidelt von der HEA Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V.

Herr Weidelt, von welchen drei wesentlichen Vorteilen können Immobilienbesitzer bei der Energieproduktion durch Eigenstrom profitieren?

Falko Weidelt: Eigenstromerzeugung wird aufgrund sinkender Photovoltaik-Modulpreise immer rentabler. Der selbsterzeugte Strom ist unter Berücksichtigung der Investitionskosten langfristig günstiger als der Bezug aus dem Netz, wodurch sich das Modell „Selbstverbrauch“ lohnt. Zudem lassen sich beim Hausbau die Vorgaben durch Verordnungen, wie die Energieeinsparverordnung (EnEV), mittels einer Photovoltaikanlage sehr gut erfüllen. Nicht zuletzt sind viele PV-Anlagen-Besitzer stolz darauf, dass sie „grünen Strom“ selbst erzeugen und im eigenen Haushalt einsetzen.

Unter welchen Voraussetzungen eignet sich die Entscheidung für eine Anlage Ihrer Meinung nach eher nicht?

Falko Weidelt: Bei der Errichtung einer Erzeugungsanlage muss neben der elektrotechnischen Planung ermittelt werden, ob der gewählte Ort für die Errichtung überhaupt geeignet ist. Für PV-Anlagen muss zum Beispiel die Tragfähigkeit des Daches fachlich geprüft werden. Auch die Ausrichtung der Module und mögliche Verschattungen spielen eine wichtige Rolle. Für Kraft Wärme-Kopplung-Anlagen, wie Blockheizkraftwerke, sollten Hausbesitzer die Anforderungen an die Abgasabführung im Vorfeld mit dem Schornsteinfeger abstimmen.

Wie prüfen Interessierte, ob ihr Heim für den Bezug von Eigenstrom beziehungsweise die Installation einer Photovoltaikanlage geeignet ist?

Falko Weidelt: In erster Linie empfehlen wir die Überprüfung der elektrischen Anlage durch einen Fachhandwerker. Dieser stellt fest, ob die Elektroinstallation den anerkannten Regeln der Technik entspricht und gegebenenfalls erweitert oder erneuert werden muss. Ob das Dach für die Installation geeignet ist, sollte ebenfalls durch einen fachkundigen „Solateur“ geprüft werden. Dabei sind Anforderungen hinsichtlich der Statik, möglicher Windlasten sowie Dachneigung und -ausrichtung zu beachten.

Für wen lohnt es sich, eine eigene Solarstromanlage zu installieren?

Falko Weidelt: Jeder, der im Besitz einer geeigneten Dachfläche ist, die den oben genannten Kriterien entspricht, kann sich vom Fachhandwerker eine Photovoltaikanlage installieren lassen. Wichtig ist dabei, dass die nutzbare Dachfläche ausreichend ist, um einen Großteil des Strombedarfes zu decken. Eine Überdimensionierung ist kontraproduktiv, da die derzeitigen Vergütungssätze für die Netzeinspeisung des selbst erzeugten Stromes zu gering sind, damit sich die Anlage kurzfristig rentiert.

Um den selbst erzeugten Strom optimal zu nutzen, empfiehlt es sich einen zusätzlichen Batteriespeicher zu installieren. Damit kann die am Tag erzeugte Energie am Abend oder in der Nacht genutzt werden, wenn die Sonne nicht mehr scheint.

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Wie können diese Förderungen beantragt werden?

Falko Weidelt: Auf der Webseite der KfW finden sich alle Informationen zu den Förderkonditionen, dem Förderablauf sowie eine Downloadmöglichkeit für alle nötigen Förderanträge. Für Solarkredite genügt meist ein Besuch auf der Webpräsenz der Hausbank oder ganz klassisch ein persönlicher Termin beim Berater.

Wie viel Stromkosten sparen Interessierte jährlich durch die Stromversorgung mit eigens produziertem Strom?

Falko Weidelt: Eine detaillierte Angabe zu den eingesparten Kosten lässt sich schwer treffen, da diese vom aktuellen Stromtarif sowie den Investitions- und Betriebskosten der PV-Anlage abhängen. In jedem Fall ist es ratsam einen Fachmann zu konsultieren und die verschiedenen Fördermöglichkeiten im Blick zu haben.

Über die HEA

Die HEA-Fachgemeinschaft als Marktpartnerverbund der Energiewirtschaft ist aktiv im Sinne von Kundenbindung und Energieeffizienz. Im Vordergrund steht die Förderung und Weiterentwicklung neuer Technologien, der Abbau von Markthemmnissen sowie die Entwicklung kundennaher Partneraktionen.

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