Wie mache ich meine Eigenheimfinanzierung planungssicher?

Planung Baufinanzierung

Eine Eigenheimfinanzierung ist zurzeit besonders preiswert. Nach einem kurzen Anstieg zum Jahreswechsel gehen die Bauzinsen wieder in den Keller. Doch alle, die mit dem Gedanken spielen, mit einer geringen monatlichen Rate ihr Haus zu finanzieren, könnten am Ende teuer drauf bezahlen. Erfahren Sie hier, wie sich Fehler bei der Eigenheimfinanzierung vermeiden, und wie sie besonders clever Geld sparen können.

Zu laute Nachbarn, steigende Mietpreise, Platzmangel, Altersvorsorge: Dies sind nur vier von unzähligen Gründen, warum Menschen sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen möchten. Damit dieser Traum auch Realität wird, können sich Immobilienkäufer eine Hausfinanzierung mit historisch einmalig niedrigen Bauzinsen sichern.
Beispielsweise gibt es derzeit Baudarlehen mit einer Laufzeit von fünf Jahren für einen Zinssatz von unter zwei Prozent. Wer eine zehnjährige Zinsfestschreibung wählt, zahlt durchschnittlich weniger als drei Prozent Zinsen an die Bank. Aufgrund dieser Entwicklung trauen sich immer mehr Verbraucher eine Eigenheimfinanzierung zu: Laut einer Umfrage der Comdirect Bank glauben 44 Prozent aller Deutschen, dass sie in der Lage sind, ein Haus zu finanzieren.
Doch aufgepasst! Wer seiner Hausfinanzierung einen sicheren Rahmen geben möchte, sollte folgende Ratschläge beachten:

Bauzinsen langfristig festschreiben

Bevor Sie sich von den niedrigen Zinsen zu einer Festschreibung von fünf Jahren entscheiden, sollten sie sich vergegenwärtigen, dass vor etwa fünf Jahren das Zinsniveau mehr als doppelt so hoch war wie heute. Wenn in Zukunft die Zinsen wieder steigen, müssen Schuldner bei der Anschlussfinanzierung eine wesentlich höhere Rate bezahlen, die das Budget überstrapazieren kann. Wer im Gegenzug eine lange Zinsbindung wählt, kann zurzeit nichts falsch machen: Zwar ist der Zinssatz etwas teurer als bei der kürzeren Laufzeit, andrerseits erhalten Kreditnehmer dafür Planungssicherheit für die kommenden 15 oder 20 Jahre.

Faustregel für Zins-und Tilgungssatz

Viele Immobilienfinanzierer locken Kunden mit monatlichen Beispielraten, die teilweise noch unter der Miete der eigenen Wohnung liegt. Der Haken bei der Sache liegt daran, dass die Modelle mit einem niedrigen Tilgungssatz berechnet wurden und die eigenen vier Wände unter dieser Annahme noch in 40 Jahren abbezahlt werden müssten. Wer ein Haus finanziert, sollte sich unbedingt vorher im Klaren sein, wann er spätestens schuldenfrei sein möchte. Experten raten Verbrauchern, dass sie spätestens mit Renteneintritt keine Verpflichtungen mehr gegenüber der Bank haben.
Wer geschickt bei der Eigenheimfinanzierung vorgeht, nutz die niedrigen Bauzinsen, um eine höhere Tilgung festzulegen und so noch schneller den Baukredit abzubezahlen. Für die Höhe von Zins- und Tilgungssatz hat sich folgende Faustregel bewährt: Tilgung und Zins sollten zusammen bei sechs Prozent liegen. Wer drei Prozent Zinsen bezahlt, sollte folglich auch drei Prozent tilgen.
Eine schnelle Schuldenfreiheit kann auch über Sondertilgungsoptionen erreicht werden. Zwar verlangen die Geldhäuser hierfür einen Aufschlag, wer jedoch in Zukunft mit steigendem Einkommen rechnet, kann hier viel Geld sparen.

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Nichts überstürzen

In Deutschlands Großstädten zeigen die günstigen Konditionen für Immobilienfinanzierungen bereits negative Effekte: Die Kaufpreise steigen und lassen so die Ersparnisse bei den Bauzinsen verschwinden. Wer in dieser hitzigen Atmosphäre trotzdem zugreift, muss in zehn Jahren erstmal damit leben, dass die eigene Immobilie weniger wert als beim Kauf ist. Experten raten deshalb allen Interessierten, den Markt aufmerksam zu beobachten und solange zu warten, bis eine Konsolidierung eintritt.

Jetzt Zinsen für die Anschlussfinanzierung sichern

85 Prozent aller Darlehensnehmer benötigen nach Ablauf der Zinsbindung eine Anschlussfinanzierung. Wessen Bindung erst in zwei Jahren abläuft, könnte von der Sorge getrieben sein, dass er das zurzeit besonders niedrige Zinsniveau verpasst. Wer für die kommenden zwei Jahre auf steigende Bauzinsen spekuliert, kann mit seiner Bank eine Wette abschließen: das sogenannte Forward-Darlehen. Hier können sich Kreditnehmer, die jetzt günstigen Zinsen für die Zukunft festschreiben lassen. Jedoch wird für diese Absicherung von den Banken ein Aufschlag verlangt. Sollten die Zinsen noch weiter fallen oder gleich bleiben, zahlt derjenige, der ein Forward-Darlehen in Anspruch nimmt, drauf.

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